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Warum jeder Mittzwanziger auswandern sollte

Hier bin ich, kurz vor der furchtbaren 3 – eine späte Mittzwanzigerin  – zumindest noch für ein paar Wochen. Ich sitze an meinem Schreibtisch in Frankreich – so wie die letzten 8 Jahre seit meiner Auswanderung. Na gut, nicht durchgängig in Frankreich, und nicht unbedingt immer am selben Tisch. Aber eben nicht in meiner Heimat. Und darum soll‘s hier gehen: Warum jeder Mittzwanziger mal im Ausland leben sollte!

Mein Leben als Mittzwanzigerin in Paris

Du bist in deinen Zwanzigern und denkst darüber nach, ins Ausland zu gehen?

Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob du die Chance nutzen sollst, diesen Job in Strassburg anzunehmen, oder den Master in Paris zu beenden, findest du hier ein paar Tipps, die dir hoffentlich bei deiner Entscheidung helfen werden! Eins kann ich dir sagen: Auswandern ist nie einfach. Ein Ausländer zu sein in einer Welt, die nicht deine ist, kann super anstrengend sein.

Gerade am Anfang hab ich mich in Frankreich oft einsam gefühlt. Einsamkeit ist ein unvermeidbarer Teil vom Auswandern. Als Student war‘s okay: es gab andere Erasmus-Studenten und ich verbrachte viel Zeit mit anderen Deutschsprachigen. Vor allem, da mein Französisch damals noch zu wünschen übrig liess. Nicht unbedingt die klügste Entscheidung und ich rate jedem, nicht nur einem Mittzwanziger, sich mit Menschen aus der neuen Kultur anzufreunden um euren Horizont zu erweitern. Einsamkeit lohnt sich manchmal und kann mitunter sogar eine wertvolle Lektion des Lebens sein. Denn aus Einsamkeit wird Ausdauer und Belastbarkeit. Meine erste Lektion von meiner Auswanderung ist also, hab keine Angst vorm Alleinsein!

Es ist und bleibt wahr: Nicht jeder ist der geborene Auswanderer! Ich habe Freunde, die früher oder später beschlossen haben, wieder heimzukehren, in den Schoss der Familie. Auch bei mir wird dies irgendwann der Fall sein. Der Punkt ist aber, es zu versuchen. Gib dir einen Ruck, spring über deinen Schatten und versuch es. Zurückkehren geht immer. Aber wenn du es nicht versucht, wirst du deine Ängste und Zweifel nie überwinden und du wirst nie wissen, wie sich das Leben als Auswander anfühlt.

Warum auch du im Ausland leben solltest – wenn auch nur für eine Zeit lang

1. Wandere aus und du wirst dich selbst überraschen

 Frankreich: Das Traumziel für Mittzwanziger?

Während der Übergangszeit, wenn du so langsam in deiner neuen Heimat ankommst, wirst du so viel über dich selbst lernen! Du wirst oft über deinen Schatten springen müssen, um Dinge zu erledigen, da es einfach niemanden gibt, der es für dich tut. Deine Schüchternheit wirst du wahrscheinlich auch sehr schnell aufgeben – weil du einfach keine Wahl hast.

2. Auswanderer sind spontane Menschen

Das Leben im Ausland wird dich spontaner werden lassen. Denn es lässt sich einfach nicht alles vorausplanen. Und selbst wenn du glaubst, du hast für alles vorgesorgt, dank der französischen Bürokratie wird so einiges schief gehen. Sowas bringt jeden noch so gelassenen Mittzwanziger auf die Palme! Mein Rat: je schneller du dich damit abfindest und das laisser faire der Franzosen akzeptierst, desto schneller wirst du dich wohl fühlen. Dann heisst es einfach, spontan zu sein und eine andere Lösung zu finden. Was mich auch zu meinem nächsten Punkt bring:

3. Du wirst so viel neue Fähigkeiten erlernen!

Für jeden Auswanderer ist es wichtig, man könnte sagen, überlebenswichtig, sich neuen Situationen anzupassen. Du wirst merken, dass du soviel mehr kannst, als du es dir zutraust. Und gleichzeitig wirst du merken, dass es in Ordnung ist, auch mal nach Hilfe zu fragen. Das Leben in Frankreich wird dir zeigen, wie wichtig es ist, Selbstvertrauen in sich selbst zu haben und ein gutes Netzwerk aufzubauen. Ich habe nicht nur gelernt, was Adventskranz auf Französisch heisst, sondern auch, wie ich meine Steuererklärung mache, warum der Einkauf in Frankreich so viel länger dauert und warum Franzosen ständig streiken und demonstrieren. Im Ausland lernt der Mittzwanziger kleine Dinge, wie einzelne Vokabeln – vor allem aber grosse Dinge, von denen wir ein Leben lang profitieren!

4. Du wirst vom Mittzwanziger zum unabhängigen und weltoffenen Auswanderer

 
 Wenn du da wo du wohnst niemanden kennst hast du keine Wahl, oder? Du musst dich allen Herausforderungen selbst stellen und Entscheidungen alleine treffen. Gleichzeitig aber wirst du neue Menschen treffen – je nachdem wo es dich hinzieht Menschen aus der ganzen Welt. Und das führt dazu, dass du Dinge aus neuen Blickwinkeln betrachtest und toleranter wirst. Und das wird sich auch darauf auswirken, wie du dich in manchen Situationen entscheidest. Deine neuen (internationalen) Freunde werden dir dabei helfen, neue Dinge auszuprobieren und in dem multikulturellen Umfeld zurechtzukommen.
 

5. Du sagst öfter Ja

 
 … zu neuen Erfahrungen! Dinge, die dir zuhause vielleicht wenig Spass gemacht haben werden dir vielleicht plötzlich Spass machen. Diese Kostümparty, zu der du eingeladen bist, du hast nicht wirklich Lust darauf? Sag ja, vielleicht triffst du dort deine neue beste Freundin! Ein Kollege lädt dich zum Wanderausflug ein? Sag ja, er hilft dir bei deinem nächsten Umzug. Du wirst sehen, sag Ja, und es tun sich immer mehr Möglichkeiten auf. Und irgendwann bist die Person, die andere einlädt.
 

6. Die Auswanderung wird deine Karrierechancen verbessern – aber sowas von!

Es ist fast egal, in welchem Bereich du arbeitest, eine Auslandserfahrung (und die hoffentlich damit einhergehenden Sprachkenntnisse) werden dir auf jeden Fall längerfristig dabei helfen, einen Job zu finden. Wenn du als in deinen Zwanzigern bist und darüber nachdenkst, auszuwandern oder ein paar Jahre im Ausland zu leben, ist dies der perfekte Moment! Du verbesserst nicht nur deine Sprachkenntnisse sondern legst auch den Grundstein für eine internationale Karriere! Klar, meine ersten Arbeitserfahrungen in Frankreich waren kein Zuckerschlecken – aber ohne sie hätte ich meinen heutigen Job nicht. Und ganz nebenbei hab ich dort grossartige Menschen kennengelernt!
 

7. Du wirst (so etwas wie) eine zweite Muttersprache haben

Als ich nach Frankreich auswanderte tat ich dies zwar mit ungeheurer Abenteuerlust aber mit gebrochenem Französisch. Nichts hätte mir mehr dabei geholfen, schnell gutes Französisch zu sprechen als dort zu leben wo jeder Französisch spricht. Jeden Tag gezwungen zu sein, die Sprache zu hören, zu lesen und vor allem zu sprechen war besser als jeder Französischunterricht. 8 Jahre später lerne ich noch jeden Tag dazu, aber dieses Gefühl, als ich zum ersten Mal auf Französisch träumte, werde ich nie vergessen!

Du spielst mit dem Gedanken auszuwandern? Wage den Sprung! Es ist einfacher, etwas rückgängig zu machen als nie zu wissen, wie es gewesen wäre!

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