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So findet ihr das perfekte Apartment für eure Auswanderung!

Ich dachte, ich nehm die aktuelle Situation als Anlass, über eines der Themen zu schreiben, die mich am meisten frustrieren: die Wohnungssuche in Frankreich. Denn – wie soll‘s auch anders sein – wir bereiten grade unseren Umzug von der schönen Haute Savoie zurück nach Lothringen vor. Heute, nachdem ich schon einige Jahre in Frankreich auf dem Buckel habe, ist das alles viel einfacher. Wie kann man es aber als zukünftiger Auswanderer schaffen, eine Wohnung in Frankreich zu ergattern?

Mein erster Tipp ist, sich erstmal eine kurzfristige Bleibe zu suchen und dann vor Ort Wohnungen besichtigen und sein neues Zuhause zu finden. Somit haben es Betrüger schon mal viel schwieriger, aus eurer Notlage ein Schnäppchen zu schlagen.

Zwischenlösungen finden!

Als Studentin war meine erste kurzfristige Bleibe eine Jugendherberge. Da hab ich dann 2 Wochen aus dem Koffer gelebt. Würde ich heute wahrscheinlich nicht mehr machen. Ein anderes Mal hatte ich Glück und hab in einer WG als Zwischenmieterin Unterschlupf für einen Monat gefunden. Bei diesem Umzug waren‘s ein paar Tage im AirBnB, während wir in der neuen Stadt Wohnungen besichtigt haben.

Jedenfalls finde ich, die Wohnungssuche als Auswanderer in Frankreich ist der Horror. Denn ohne Vorgeschichte in Frankreich wird‘s schwierig, die ganzen Dokumente, die für eine Vermietung notwendig sind, beisammenzuhaben. Daher auch schon mein nächster Tipp: Versucht Agenturen zu vermeiden. Klar, es ist verlockend, die Arbeit auf eine Agentur abzuwälzen. Allerdings habe ich bei meiner Auswanderung die Erfahrung gemacht, dass Privatpersonen oft ein Auge zudrücken und ein zum Beispiel das deutsche Äquivalent für irgendein Dokument akzeptieren. Ich bin jedenfalls mit privaten Vermietern immer gut gefahren und werde auch weiterhin einen grossen Bogen um Agenturen machen.

Die notwendigen Papiere für die französische Wohnungssuche:

Jetzt also ein Überblick über alle Dokumente, die man als Auswanderer (oder auch als waschechter Franzose) braucht, um einen heissbegehrten Mietvertrag zu unterschreiben.

  • 1 Ausweis (das kann sein: Pass, Führerschein, Aufenthaltstitel)

  • 1 Wohnsitznachweis – dieser erfüllt in Frankreich die Rolle einer Meldebescheinigung (dazu gehören zum Beispiel Mietquittungen, die belegen, dass die Miete der aktuellen Wohnung bezahlt wurde; eine ehrenwörtliche Unterbringungsbescheinigung von der Person, die euch momentan in Frankreich beherbergt; ein Mietsteuerbescheid)

  • 1 Nachweis über die berufliche Situation (das kann sein: Arbeit- oder Praktikumsvertrag; Immatrikulationsbescheinigung für Studenten; Bescheinigung vom INSEE für Freiberufler;

  • 1 Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel (zum Beispiel die letzten 3 Gehaltsabrechnungen; Bescheinigung über Stipendium für Studenten; Steuerbescheinigung der letzten 2 Jahre)

Ihr seht schon, das ist alles recht kompliziert, wenn man eben erst in Frankreich angekommen ist und dort noch nie gewohnt, gearbeitet oder Steuern bezahlt hat. Und hier sprechen wir noch nicht einmal von den Bürgen oder den Papieren, die für die Versicherung der Mietrückstände notwendig ist, die jede Agentur abschliessen muss.

Wie also können wir Auswanderer es schaffen, trotz fehlender Dokumente eine Wohnung zu finden?

Allen Studenten und Praktikanten rate ich Studentenheime oder Heime für junge Arbeitende. Die sind beide auf junge Leute mit wenig Einkommen spezialisiert, die nicht unbedingt alle diese Dokumente haben.

Warnsignale bei der Wohnungssuche

Für alle anderen: vermeidet Agenturen und findet private vermietete Wohnungen auf Plattformen wie LeBonCoinSeLoger oder auch PAP. Achtet dabei nur auf rote Flaggen, wie Vermieter, die nach Dokumenten fragen, die nichts mit der oben stehenden Liste zu tun haben. Schicke nie, nie eure Versicherungskarte per E-Mail zum Beispiel. Auf dem Scan meines Ausweis‘ hab ich ein die letzten Zahlen der Ausweisnummer ausradiert. Ich weiss, dass es sehr verlockend ist, die Unterlagen bereits vor der Besichtigung per E-Mail zu versenden. Ich würde das nie tun – aber das bleibt natürlich jedem selber überlassen. Ich sag euch nur eins: bei meinen häufigen Umzügen musste ich dies noch nie tun und hab trotzdem immer schöne Wohnungen gefunden – sogar in Paris. 🙂

Meine Tipps zur Wohnungssuche in Frankreich

Oft gibt es auch Facebookgruppen für Auswanderer – tretet ihnen bei und haltet die Augen offen nach Wohnungsangeboten. Vielleicht kennt ja ein Mietglied jemanden, der gerade vermietet. Diese Netzwerke sind für mich der heilige Gral geworden. 🙂

Ich rate auch jedem Auswanderer, bei der Wohnungsbesichtigung das ganze Dossier mit dabei zu haben. Wenn‘s euch gefällt könnt ihr mit dem Vermieter direkt alle Papiere durchgehen und eventuelle Fragen diesbezüglich können vor Ort geklärt werden. So seid ihr euch sicher, dass eure E-Mail mit den ganzen Papieren nicht einfach gelöscht wird, wenn eventuell die eine oder andere Unklarheit bezüglich eurer deutschen Unterlagen besteht.

Reagiert schnell! Bei der Wohnungssuche solltet ihr mindestens einmal am Tag eure E-Mail-Benachrichtigungen und neue Wohnungsanzeigen lesen. Ruft direkt an – ihr seid nicht die einzigen, die an dieser Wohnung interessiert seid. Der einzige Grund, warum wir unsere Wohnung in Paris bekommen haben, war, dass wir die ersten Anrufer waren und die Vermieter keine Lust hatten, viele Besichtigungen zu organisieren.

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